Migration & Gemeinde
Evangelisch-methodistische Kirche – Gemeinde Frankfurt/M. Christuskirche am Merianplatz
Mit dem Thema Migration hat unsere Gemeinde seit ihrem Beginn zu tun. Für die Entstehung der methodistischen Arbeit in Deutschland typisch,
war es ein in die USA ausgewanderter Deutscher, der dort zum Glauben gekommen, in seine alte Heimat zurückkehrte und dort missionierte.
So auch Engelhardt Riemenschneider, der 1851 von der amerikanischen Methodistenkirche nach Frankfurt geschickt wurde.
Heute umfasst unser Gemeindebezirk 2 Gemeinden (am Mühlberg und am Merianplatz), mit ca. 160 Gliedern und etwa ebenso vielen Freunden
(Teilnehmer am Gemeindeleben, die nicht Mitglieder sind).
Die Nachbarbezirke sind Frankfurt-Höchst, Friedrichsdorf, Neuenhain/Bad Soden, Mühlheim.
Von ihrer Geschichte, Struktur und vom Selbstverständnis her ist die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) eine auch stark von ihren
internationalen Beziehungen und Verflechtungen geprägte Kirche. Die Ortsgemeinden stehen im Netz der deutschlandweiten und internationalen
Struktur.
Vom Ausland stammende und an einem Gemeindeleben interessierte Methodisten suchen oft erst die nächstgelegene methodistische Gemeinde.
Dadurch haben wir immer wieder einzelne ausländische Mitglieder oder Freunde, die am „normalen Gemeindeleben“ teilnehmen,
was strukturell jedoch nicht prägend
ist.
Gesamtgesellschaftlich ist aber wahrzunehmen, dass Menschen, die im Ausland leben, Kontakt zu anderen Menschen gleicher
Nationalität oder Kultur suchen, mit denen sie Sprache, Kultur, Religion, Fragen des Fremdseins teilen und so ein Stück Heimat und
Sicherheit in der Fremde erleben können. Dies erklärt, warum gerade in international geprägten Städten wie Frankfurt so viele
eigenständige Gemeinden verschiedener Denominationen und Nationalitäten existieren.
Diesem Bedarf stellt sich die gesamtdeutsche EmK mit ihren „Internationalen Gemeinden“.
Auf der EmK-Homepage www.emk.de kann hierzu gelesen werden: „Gegenwärtig gibt es etwa 40 Internationale Gemeinden der EmK in Europa,
davon allein 20 in Deutschland. Sie wissen sich zuständig für ausländische Geschäftsleute und Studierende, die meistens für eine kürzere
Zeit in Europa leben, aber verstärkt auch für Migranten, die hier einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden haben. Meist wird in den Gemeinden
englisch gesprochen, aber auch französisch, russisch, vietnamesisch und afrikanische Sprachen. Die größte internationale Gruppe der
EmK in Deutschland kommt aus Ghana.“
Koordiniert wird diese Arbeit über einen Internationalen Ausschuss der EmK (International Council of the United Methodist Church - ICUMC),
der mit den Gremien der Generalkonferenz verbunden ist, in der methodistische Kirchen aus aller Welt vertreten
sind. In Frankfurt am Main besteht derzeit Kontakt zu vier methodistischen Migrantengemeinden: eine selbständige koreanische Gemeinde,
die inzwischen eines unserer ehemaligen Gemeindezentren besitzt, nachdem sie jahrelang Gast bei einer unserer Gemeinden in Frankfurt war.
Eine für beide Seiten damals sehr bereichernde Zeit.
Eine Ghanaische Gemeinde trifft sich in den Räumen unserer Nachbargemeinde in Frankfurt/Höchst, unter der Leitung von
Pastor Kwasi Owusu-Acheaw, der zugleich eine Gemeinde in Stuttgart betreut.
In unserem Gemeindehaus am Merianplatz (Nordend) trifft sich Sonntagnachmittags eine Vietnamesische Gemeinde unter der Leitung von
Pastor Chi My Nguyen. Er ist von unserer Gesamtkirche für einen missionarischen Gemeindeaufbau unter den im Rhein-Main-Gebiet lebenden
Vietnamesen beauftragt und ist zugleich auch als Pastor bei unserer deutschsprachigen Nachbargemeinde Mühleim tätig.
Seit Dezember 2007 trifft sich bei uns auch eine neu gegründete englischsprachige Gemeinde: „New Hope“, unter der Leitung von
Pastor Kevin Seckel, der von unserer Partnerkirche (United Methodist Church) in den USA in Zusammenarbeit mit unserer deutschen
Kirchenleitung für den Aufbau dieser Arbeit im Rhein-Main-Gebiet entsandt wurde. Seine Ehefrau, Pastorin Carol Seckel, ist mit der
Koordination der englischsprachigen Arbeit unserer Kirche in Deutschland beauftragt (fast 20 Gemeinden).
(Siehe:
www.atlas.emk.de: „International Congregations“).
Wir sehen als Gesamt-EmK und als Orts-EmK das Bedürfnis ausländischer Menschen, in ihrer Sprache und Kultur angesprochen zu werden.
Wo wir als Ortsgemeinde keine Möglichkeit für eine eigenständige Arbeit in diese Richtung haben, sind wir froh, entsprechende
Initiativen unserer Gesamtkirche unterstützen zu können und neue Erfahrungen zu machen.
Bisher verlief die Arbeit der sich in unserem Gemeindehaus treffenden Migrationsgemeinden parallel zu unserem eigenen Gemeindeleben.
Berührungspunkte gab es noch kaum. Um Beziehungen zu fördern und wachsen zu lassen, streben wir für die Zukunft gemeinsame Veranstaltungen
an wie z.B. Gottesdienste, Gemeindefeste, usw. Hier stehen wir noch am Anfang einer gewiss spannenden Entwicklung.
Michael Schreck